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3.3 Belastungsnormative
Zu den Belastungsparametern des Tiefsprungtrainings äußert sich
WEINECK und bezieht sich dabei auf Empfehlungen von EHLENZ/GROSSER/ZIMMERMANN:
Die Intensität gibt er mit “100% und mehr” an. Bei
Betrachtung der hohen Beharrungskräfte, die in der exzentrischen
Arbeitsphase abgefangen werden, sind es eher deutlich mehr als 100% des
konzentrischen Maximalkraftniveaus, zumal trainierte Sportler nach einem
Tiefsprung deutlich höher abspringen können als ohne Vordehnung im
Stand.
Das wird auch von SCHMIDTBLEICHER/ GOLLHOFER bestätigt: “Vergleicht
man die erreichte Sprunghöhe von einem in vertikaler Richtung durchgeführten
beidbeinigen Sprung mit derjenigen, die erzielt wird, wenn ein Tiefsprung aus
20 bis 40 cm Höhe dem Vertikalsprung vorausgeht, wird man feststellen,
daß in der Regel mit der zweiten Anordnung größere Sprunghöhen
realisiert werden.”
Als Wiederholungszahl gibt WEINECK 6-10 vor bei 6-10 Sätzen. Diese Werte
scheinen mir recht hoch zu sein für ein reaktives Training. Es müßte
erwiesen werden, daß diese Häufung von Sprüngen das Trainingsziel
nicht in den Bereich der Sprungausdauer verlegt. WEINECK selbst weist in diesem
Zusammenhang auf ein unbedingt notwendiges explosives Bewegungstempo hin. VIITASALO
et al. geben bei einem zehnwöchigen Zyklus Trainingsumfänge von 6
Sprüngen bei 5 Sätzen, bzw. 8 Sprünge bei 6 Sätzen an, womit
eine signifikante Verbesserung der Sprunghöhe erreicht wurde.
Eine Pausengestaltung muß beim Reaktivkrafttraining zur vollständigen
Erholung ausgelegt sein. Die Pausenlänge wird bei WEINECK mit 2 min angegeben.
RADCLIFFE/FARENTINOS planen mit 1-2 min, was mir etwas zu niedrig
erscheint. Wahrscheinlich ist bei 5-6 Sätzen eine progressive Pausengestaltung
sinnvoller, die aber die 2 min-Grenze nicht unterschreiten sollte.
3.4 Effizienz
Das plyometrische Training hat sich gerade im Bereich der Beinmuskulatur
(Sprint und Sprung) bewährt. In einer Vergleichsuntersuchung haben
VIITASALO et al. 1981 die Trainingswirkungen unterschiedlicher Interventionen
auf die Maximalkraft untersucht. Dazu trainierten drei Versuchsgruppen im
Maximalkraftbereich (1. Gruppe: 75% exzentrisch/ 25% konzentrisch; 2.
Gruppe: 50% exz./50% konz.; 3. Gruppe: 100% konz.), die vierte Gruppe
absolvierte ein Tiefsprungtraining, das auch die fünfte Gruppe, allerdings
mit Gummibandunterstützung, durchführte. Im Bereich der konzentrischen
Maximalkraft verbesserten sich die drei Gewichttrainingsgruppen deutlich,
während die Sprunggruppen stagnierten und nur durch zusätzliche
Übungen ihr Grundkraftniveau halten konnten.
Aber im Bereich der Sprunghöhe verzeichneten die beiden Gruppen, die
das Tiefsprungtraining absolvierten, signifikante Gewinne (die
Gummibandunterstützung erwies sich allerdings als wenig sinnvoll),
während die Gewichttrainingsgruppen schlechtere Werte als zu Beginn der
Versuchsreihe aufwiesen.
BOSCO/PITTERA berichten von einer 20 bis 30%igen Steigerung der Sprunghöhe
von Spielern der italienischen Volleyballnationalmannschaft, die ein achtwöchiges
plyometrisches Tiefsprungtraining absolviert hatten.
WEINECK gibt zu bedenken, daß Sportler, die bereits ein hohes Maß
an intramuskulärer Koordination erreicht haben, durch plyometrisches Training
keine großen Zuwächse mehr erwarten können, wenn nicht ein Kraftaufbautraining
vorgeschaltet ist.
Diese These, daß das Reaktivkrafttraining hauptsächlich auf die
Verbesserung der intramuskulären Koordination wirkt, kann durch
HOWALD’s Erkenntnis unterstützt werden:
“Eine Umwandlung von Typ I-Fasern zu Typ II-Fasern ist durch Training
kaum zu erzwingen, weil in den Ruhepausen zwischen zwei Trainingseinheiten die
Typ I-Fasern unweigerlich wieder unter dem ihnen eigenen Impulsmuster mit niederfrequenter
Dauerstimulation stehen [und damit in der ihrer Struktur erhalten bleiben].”
Außerdem findet durch plyometrisches Training kein Muskelzuwachs
statt, wie VIITASALO et al. gezeigt haben (s.o.).
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