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LETZELTER/LETZELTER (1990) werden in diesem Zusammenhang schon etwas konkreter.
Sie fordern ein hochentwickeltes Maximalkraftniveau als Voraussetzung für
reaktive Übungen und beziehen sich auf ZANON, der als Mindestmaß
eine relative Kraft rK=2 annimmt. Allerdings muß
die Frage erlaubt sein, warum das Leistungsvermögen in der Tiefkniebeuge
(hauptsächlich beteiligt ist der M. quadriceps femoris, der M. gastrocnemius
wird nur am Rande erfaßt) der zuverlässige Indikator für die
Verträglichkeit von Tiefsprüngen sein soll. LETZELTER/LETZELTER lassen
sich im folgenden ausführlich über die empfehlenswerten Fallhöhen
im Tiefsprungtraining aus, aber auf Besonderheiten der technischen Ausführung
gehen sie nicht ein. Es fehlen somit weiterhin sinnvolle Hinweise für die
Trainingspraxis.
So scheint mir eine genaue Bewegungsanalyse des Sprungverhaltens ein
weitaus zuverlässigerer Indikator für die Verträglichkeit
reaktiver Sprungformen zu sein als das Maximalkraftniveau. Schlägt bei dem
Übenden vor der konzentrischen Phase des Absprungs die Ferse durch, so ist
das ein offensichtliches Zeichen, daß die Fallhöhe zu hoch ist, bzw.
der Trainingszustand für reaktive Sprungformen noch nicht ausreicht.
Das sagen auch SCHMIDTBLEICHER/ GOLLHOFER: “... können je nach
Belastungshöhe “Sprünge auf der Stelle” bis hin zu “Sprüngen
aus der “Grenzhöhe” (Höhe, bei der die Fersen den Boden
gerade noch nicht berühren)” verwendet werden. Ein Durchschlagen
der Fersen auf den Boden ist wegen der hohen Belastungsspitzen für den
Knochen- und Bandapparat schädlich.”
Es ist einzuräumen, daß bei bestimmten leichtathletischen
Übungsabläufen (z.B. Hochsprungtraining) ein Aufsetzen des ganzen
Fußes nicht vermieden werden kann, doch sollten entsprechende Bewegungen
im Techniktraining und nicht unter erhöhten Belastungen bei der Schulung
der reaktiven Kraftkomponente durchgeführt werden.
Zumindest ist das Konzept der “Grenzhöhe” für
die Beschreibung der sinnvollsten Fallhöhe einsichtiger als die starren
Höhen, die bei LETZELTER/LETZELTER (1990) und BOSCO/PITTERA (1982) verwendet
wurden.
Die geforderte technische Präzision der Sprungausführung wird bei
allen Autoren gefordert und erklärt sich aus dem reflexhaften Mechanismus
des Sprungablaufs. Darin impliziert ist eine ausreichende Aufwärmarbeit,
nicht nur aus verletzungsprophylaktischer Sicht, sondern auch auf Grund der
Tatsache, daß nur ein optimal innervierter Muskel in der Lage ist,
Adaptionserscheinungen auf reaktive Trainingsinterventionen
umzusetzen.
3.2 Anwendungsbereiche
Das Tiefsprungtraining ist sicherlich so etwas wie das
“Paradebeispiel” des plyometrischen Krafttrainings. Die Schulung der
Reaktivkraftkomponente macht aber prinzipiell in allen Sportbereichen Sinn, in
denen eine nicht-maximale Last (vom Diskus bis zum eigenen Körpergewicht)
möglichst explosiv bewegt werden soll. Hier sind zunächst alle
Sportarten der Leichtathletik zu nennen, die nicht dem Ausdauerbereich
zuzuordnen sind. Aber auch für die großen Mannschaftssportarten und
andere Sportarten mit schnellen Bewegungsformen macht ein plyometrisches
Krafttraining Sinn. Wichtig ist nur zu bedenken, ob bestimmte Bewegungen eine
Gefährdung für den passiven Bewegungsapparat beinhalten. Die
Möglichkeit dazu muß stets mitkalkuliert werden, da die auftretenden
Kraftspitzen immens hoch sind, wie SCHMIDTBLEICHER/GOLLHOFER 1985 in
Laborversuchen feststellten.
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